Tradition verpflichtet! - 1946 - 1950

 

  Nach den schweren Kriegsjahren - 1946 bis 1950

Nach Ende des Krieges stand die Borussia wieder vor einem trauriger Bilanz. Viele unser getreuen Vereinskameraden sind gefallen. Hinzu kommen die zahlreichen Vermissten, deren Schicksal bis zum dortigen Zeitpunkt noch nicht geklärt sind.

 

Aber schon 1945 konnte Paul Oben Stintenberg auf der Jahreshauptversammlung die ersten aus der Kriegsgefangenschaft zurückgegehrter Mietglieder begrüßen. Der Vertrag mit der SSV war durch die Beendigung des Krieges gegenstandslos geworden, so dass sich die Mitglieder einstimmig für eine Lösung aus der KSG aussprachen.

 

Trotz der damaligen fast märchenhafte anmutenden Schwierigkeit hinsichtlich der Beschaffung von Fußballkluft und Schuhwerk sowie ungeachtet der katastrophalen Ernährungslage wurde die 1. Mannschaft 1945/1946 Niederberg-Meister und stieg damit in die damalige höchste Fußballklasse auf.

 

Am 07.09.1947 konnte das 40-Jährige Jubiläum im Rheinischen Hof gefeiert werden.

Bei der Gelegenheit wurden nachstehende verdiente Sportkameraden zu Ehrenmitgliedern ernannt:

Felix Kupczak, Heinrich Nöckel, Walter Helkenber, Ernst Stepani, Walter Hackländer, Max Mühlenbach, und Ernst Eickelmann.

 

Im Jahre 1947 erfolgte eine Neuaufstellung de Spielklassen, so dass die 1. Mannschaft wieder in der neuerstanden Bezirksklasse spielte. Und wieder einmal war es die leidige Platzfrage, die neue Schwierigkeiten bereitete. Diesmal ging es darum, den immer noch stark verwahrlosten Zustand befindlichen Platz so herzurichten, dass sowohl der Spielbetrieb als auch die Unterbringung der Zuschauer gesichert waren. Dabei wurden wiederum von vielen Mitgliedern Opfer und Zeit und Geld gebracht. An dieser Stelle muss dem leider zu früh gestorbenen Ehrenmitglied Walter Helkenberg besonders für seine Förderung der Platzinstandsetzung gedankt werden.

 

Die schweren Jahre nach 1945, in denen jeder mit schweren Existenzsorgen zur kämpfen hatte, gingen vorüber. Es wäre falsch, hier verheimliche zu wollen, dass es oft schwer war, die Meinungsverschiedenheiten zu überbrücken. Die Nachkriegserscheinungen im Fußballsport und die Auswirkungen des Vertragsfußball machten die Schwierigkeiten nicht kleiner, und manchmal war die Arbeit eine rechte Qual für die aber immerhin noch vorhanden Idealisten. Aber auch diese Zeit wurde überstanden.

 

Ende 1948 verstärkte sich die Bestrebung, eine Vereinigung mit der SSV Velbert durchzuführen. Leider hatte die Förderer dieses Planes, ganz abgesehen von der nicht geklärten Zwecksmäßigkeit dieses Vorhabens, recht wenig Fingerspitzengefühl.

Zum Teil versuchten auch Kräfte mitzuwirken, die weder dem SSV noch der Borussia nahe standen. So wurden nur sehr viel Unruhe in die Vereine hineingetragen. Man hatte begriffen, dass solche Pläne wenn Sie überhaupt Aussicht auf Erfolg haben sollten in den beteiligten Vereinen selbst reifen müssen. Die Borussia musste sich in zwei außerordentlichen Mitgliederversammlung mit dieser Frage beschäftigen. In einer von 450 Mitgliedern besuchte Versammlung am 16.07.1949 kam es dann zur einstimmigen Ablehnung einer Vereinigung mit der SSV. Eine Festschrift kann über viele angenehme Begleiterscheinungen des Vereinslebens hinweggehen, und an dieser Stelle wollen wir Niemanden rechten. Es muss aber gesagt werden, das der Borussia oft Widerstände entgegentraten, die es ihr angebracht erscheinen ließen, ihren Weg allein zurückzulegen. Wir glauben, dass ihr die Zeit recht gegeben hat und geben wird.

 

In der Jahreshauptversammlung vom 30.09.1949 trat ein Wechsel des 1. Vorsitzenden ein, der in seiner Art für die gute Zusammenarbeit in der Borussia spricht. Der Sportkamerad Paul Oben-Stintenberg, der als Vorsitzender des Verein 25 Jahre entscheidende Arbeit geleistet hatte, wurde einstimmig zum Ehrenvorsitzenden gewählt. Ihm auch an dieser Stelle den Dank der gesamten Borussenfamilie auszusprechen, ist uns ein besonderes Bedürfnis.

 

Zu seinem Nachfolger wählte die Versammlung einstimmig den Sportkameraden Edwin Weiß.

 

Das Protokoll der Jahreshauptversammlung des Jahres 1950 berichtet von besonderen Erfolgen des Jungendmannschaften und der Reservemannschaft.

 

Die Erfolge der Jugendmannschaften konnten nur errungen werden, weil sich, wie in den voraufgegangen Jahrzehnten, Sportkameraden fanden, die diese in der Öffentlichkeit kaum bemerkbare Kleinarbeit vorbildlich leisteten. Es waren besonders die Sportkameraden G. Thermer, H. Matheis, Karl Diedrich, Arthur Odink, Walter Deichmann, Dieter Hügel und Wolfgang Zach, die diese Arbeit übernahmen.

 

Jeder Verein entwickelt innerhalb seiner Gemeinschaft bestimmte Traditionen, und so ist auch kein Zufall, dass in vielen Berichten von den vorbildlichen Kameradschaftsgeist der Reservemannschaft gesprochen wird, der Ihr auch manchen Erfolg gebracht hat. Das gleiche gilt auch für die Alte Herren Mannschaft, die gleichzeitig auch ein Fundament des Verein darstellt.

 

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